POSTPOESIE

von Sandra Klose

ein geleitzug
durch meine fingerspitzengefühlte luft
ich fasse keine rahmen mehr an,
die staubigen
würgen meine blüte,
eine redselige geisel.

im westen nur neues,
schreien die flügel
gebrochen hängt in der brille eine falte
die sie hält, aufhellt auch.

plastik ist mein zeitzeuge
die überdrüssigen verführt zu glänzen
wie fallobst, natürlich
das letzte einhorn
spießt die letzten wunden
wunderwunden

es ist jetzt immerzu morgen,
der himmel, der grobe
unsere leinwand
blutend
von stiften drangsaliert

ich spanne bilder
die niemals wörter werden
mein kopf ausgesaugt
bis er zu boden fällt

kapitel kapitulation
mein ausdruck will nicht mehr
er schläft zwischen bergen, weiß
und spitz schnarcht
die hoffnung
dass doch noch etwas gut wird

so endet der anfang
im kreise der spieler
versteck sich das sturmauge
friedlich, leer, tot

am rande wartet schon
der spiegel des wahnsinns
balanciert dort

hängt außen die spieler
wie offene karten
an wäscheleinen auf

und innen
innen verschluckt sich
der vorstellungs end


blau reißt es in mir
zwischenweltstimmungen
endzeitschwingungen


hätten wir nur

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